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Wie entsteht Brustkrebs?

Ursachen und Häufigkeit

Die eigentlichen Ursachen für Brustkrebs sind noch unbekannt. Familiäre und äußere Einflüsse können jedoch eine Rolle spielen. Die Mehrheit der Frauen erkrankt im höheren Lebensalter an Brustkrebs (Mammakarzinom), ohne dass es in der Familie schon einmal Brustkrebs gab. In etwa fünf Prozent aller Brustkrebserkrankungen liegt eine erbliche Form vor. Diese Frauen erkranken im Durchschnitt 20 Jahre früher. Hierzu haben Krankenkassen ein besonderes Beratungsangebot geschaffen. Im Zweifelsfall setzen Sie sich mit der Universtätsklinik in Kiel in Verbindung.

Die Medizin geht heute davon aus, dass Brustkrebs durch komplizierte Wechselwirkungen zwischen mehr oder weniger starken genetischen Faktoren, Umwelteinflüssen, allgemeinen Alterungsprozessen und individuellen persönlichen Lebensumständen entsteht. So steigt das Erkrankungsrisiko ganz allgemein mit zunehmendem Alter, weil bei jedem Menschen ein unkontrolliertes Wachstum einzelner Zellen wahrscheinlicher wird. Bei einer bestehenden genetischen Veranlagung tritt diese Risikoerhöhung schon mit etwa 25 Jahren ein. Zu den Lebensumständen, die sich risikoerhöhend auswirken, gehört ein gegenüber dem Bevölkerungsdurchschnitt jüngeres Alter bei der ersten Regelblutung, ein höheres Alter zu Beginn der Wechseljahre, Kinderlosigkeit bzw. ein erhöhtes Alter bei der Geburt des ersten Kindes. Zu den Umwelteinflüssen zählen neben dem Rauchen auch regelmäßiger und hoher Alkoholkonsum, besonders wenn hochprozentige Getränke konsumiert werden. Gleiches gilt auch bei starkem Übergewicht, vor allem nach den Wechseljahren.

Gene

Ist zum Beispiel Ihre Mutter, Ihre Schwester, Ihre Tochter oder Ihre Tante an Brustkrebs oder Eierstockkrebs erkrankt, sollten Sie eine Beratung und ggf. einen Gentest (molekulargenetische Untersuchung am Blut) in einem spezialisierten Zentrum in Anspruch nehmen. In Schleswig-Holstein gibt es ein solches spezialisiertes Zentrum für erblichen Brust- und Eierstockkrebs am Campus Kiel des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein.

Bei einem ausführlichen Telefongespräch wird das Erkrankungsrisiko auf Grund der Anzahl der erkrankten Verwandten, deren Erkrankungsalter und des Verwandtschaftsgrades eingeschätzt. Folgt aus diesem Gespräch die Erkenntnis, dass eine erbliche Veranlagung vorliegen könnte, wird die Familie von einem interdisziplinären Team aus Humangenetikern, Frauenärzten und Psychologen über die Möglichkeiten und Grenzen eines Gentests fachübergreifend beraten.

Bei etwa 30 Prozent der Frauen kann die Veranlagung anschließend durch eine spezielle molekulargenetische Untersuchung nachgewiesen werden. Diesen Frauen wird ein intensives Früherkennungsprogramm und ggf. weitere Maßnahmen angeboten, damit Tumoren früh erkannt, erfolgreich behandelt oder deren Auftreten sogar verhindert werden kann.

Die Krankenkassen übernehmen unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für die fachübergreifenden Beratungsgespräche, den Gentest und Früherkennungsmaßnahmen wie Ultraschall, Mammographie und Magnetresonanztomographie (MRT).

Kontakt

Frauen, die das Früherkennungsprogramm in Anspruch nehmen möchten, können sich von ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt überweisen lassen oder sich direkt an die Universitäts-Frauenklinik in Kiel wenden. Dazu ist eine Hotline eingerichtet: 0431-597/2071 (Schwester Renate Hamann).

Weitere Ansprechpartner erreichen Sie unter folgenden Telefonnummern:
0431-597/21 73 (Prof. Dr. rer. nat. Norbert Arnold, Leiter des onkologischen Labors)
0431-597/17 81 (Dr. rer. nat. Simone Heidemann, Fachhumangenetikerin)
0431-597/21 00 (Dr. med. Stephanie Schleider, Gynäkologin, Universitätsfrauenklinik)
0431-659 46 36 (Dr. phil. Diplom-Psychologin Ellen Kirsch)

Weitergehende Informationen können auch über folgende Internetseite bezogen werden:
http://www.krebshilfe.de/

Wie häufig ist Brustkrebs?

Brustkrebs ist das häufigste Krebsleiden bei Frauen - jede Zehnte erkrankt daran. Bundesweit sind es jährlich etwa 55.000 Frauen, davon allein in Schleswig-Holstein 2.300 Frauen. Aber die meisten werden wieder gesund. Erst recht, wenn die Diagnose frühzeitig gestellt wird und sich eine optimale Therapie anschließt. Wichtig ist deshalb auch die jährliche Vorsorge, die helfen kann, Brustkrebs bereits frühzeitig zu erkennen. Die Chance für eine Heilung vergrößert sich damit deutlich. Durch die frühzeitige Erkennung ist bei mehr als 60 Prozent der erkrankten Frauen der Erhalt der Brust möglich.

Ein ausführliches Zahlen- und Datenmaterial zu Alter, Häufigkeiten und Verlauf von Brustkrebs bekommen sie unter: www.krebsregister-sh.de