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Zurück ins Leben - Rückkehr in Alltag und Beruf

Die Krankheit hinter sich lassen und das Leben wieder aufnehmen, sich erneut Ziele im Leben setzen und sie verfolgen - das ist häufig einfacher gesagt als getan. Für viele Patientinnen ist dabei das Wichtigste, wieder die gewohnten Aufgaben in Familie und Beruf zu übernehmen: Die überstandene Krankheit ist nicht der Mittelpunkt des Lebens, aber sie kann zu neuen Einsichten und Erkenntnissen im Umgang mit dem Körper und seinen Grenzen führen.

Eine Krebspatientin hat die Endlichkeit des Lebens nachdrücklicher erfahren als andere Menschen. In der Folge lebt sie oft bewusster und entscheidet klarer, welche Ziele für sie wichtig sind und welche weniger. Nicht selten erleben Krebspatientinnen auch viel intensiver, wie wertvoll ein fürsorglicher Umgang miteinander ist, und nicht selten können sie dies auch ihrer Familie, Freunden und Arbeitskollegen vermitteln. Die Rückkehr in den Alltag ist ein erster Schritt, das Leben wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Berücksichtigen Sie dabei ausreichend Zeit für Entspannung und Bewegung und planen Sie umsichtig.

Der Arzt als Ansprechpartner

Der behandelnde Gynäkologe steht der Patientin in der Regel weiterhin als Ratgeber zur Seite. Er berät sie, wenn sie Fragen zum richtigen Verhalten nach der Operation hat, bei Problemen mit der Prothese oder bei Fragen zum Brustaufbau, zur Lymphödemprophylaxe oder bei Partnerschaftsproblemen. Die Patientin sollte ohne Scheu nach allem fragen, was sie wissen möchte. So ist es möglich, die Auswirkungen der Brustkrebserkrankung zu lindern und zurück in ein erfülltes Leben zu finden.

Kinder - warum nicht!

Zwei bis drei Jahre nach der Operation kann sich die Patientin wieder einen Kinderwunsch erfüllen, sofern sie nicht zur Behandlung ihres Brustkrebses eine Hormontherapie erhält. Der Grund für diese Wartezeit ist, dass in diesen ersten beiden Jahren nach der Krebsbehandlung das statistische Risiko, erneut an einem Tumor zu erkranken, am größten ist. Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass durch eine Schwangerschaft die Rückfallrate erhöht ist, auch dann nicht, wenn die Lymphknoten befallen waren. Ist bei Ihnen eine Chemo- oder Antikörpertherapie in jüngerem Alter geplant, dann sprechen Sie vor Beginn dieser Therapie mit Ihrem Arzt über die Möglichkeit, später noch Ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Auch die genetische Beratung bei hohem familiären Risiko oder in jüngeren Lebensjahren sollte bedacht werden.

Schwangerschaftsverhütung

Hormonelle Verhütung ("Pille") kann nach dem Brustkrebs nicht empfohlen werden. Besteht Kinderwunsch, sollte man seinen Frauenarzt auf andere Verhütungsmethoden, z.B. Spirale oder Diaphragma ansprechen. Ist die Familienplanung abgeschlossen, kommt auch eine Sterilisation der Frau oder des Mannes infrage.

Hormon(ersatz)therapie in den Wechseljahren

Auf eine Hormontherapie von Wechseljahrsbeschwerden sollte nach einer Brustkrebsbehandlung verzichtet werden. Denn die Einnahme von Hormonen steigert das Risiko, erneut an Brustkrebs zu erkranken. Diese Empfehlung beruht auf den bislang vorliegenden Studienergebnissen und gilt, solange keine anderen Daten aus größeren Studien vorliegen. Doch es gibt auch andere Möglichkeiten, Wechseljahrsbeschwerden zu behandeln. Sprechen Sie Ihren Gynäkologen darauf an.

Ernährung und körperliche Bewegung

Nach einer Krebsbehandlung fragen sich viele Frauen: "Habe ich etwas falsch gemacht?" und "Kann es sein, dass ich mich schlecht ernährt habe?" Inwieweit die Ernährung Krebs fördert oder hemmt, ist schwierig zu erforschen. Unstrittig ist: Zu wenig, zu viel oder falsches Essen kann krank machen. Menschen, die sich gesund ernähren und Sport treiben, erkranken auch seltener an Krebs. Übergewicht erhöht beispielsweise das Risiko, an einem bösartigen Tumor der Brust zu erkranken. Sicher ist auch: Obst und Gemüse, frische Lebensmittel und abwechslungsreiche Kost steigern die Abwehrkräfte, senken das Risiko von Zucker- und Herzerkrankungen, halten gesund und lassen nach einer Krankheit auch wieder schneller zu Kräften kommen.
Der schwierigste Schritt hin zu einer ausgewogenen Ernährung ist meist der erste Schritt. Es ist erfolgreicher, langsam und dauerhaft seinen Speiseplan zu verändern, als schnell ein paar Kilo abzunehmen. Sport führt zu einer Verbesserung der Lebensqualität, des Immunsystems, der Herz - und Lungenfunktion und zur Gewichtsminderung - wie auch eine gesunde Lebensweise insgesamt.
Insbesondere kann Sport auch der Entstehung des Fatigue-Syndroms vorbeugen oder bestehende Beschwerden lindern.